Einigkeit und Recht und Freiheit

Gedanken über das Absolute

In Grundlagen on 23. Februar 2012 at 17:10

Der Mensch ist ein zum selbständigen Denken und Empfinden befähigtes und, schon weil er dies erkennt, auch ein erkennendes Wesen. Bei genauer Betrachtung wird ersichtlich, daß Gedanken und Erkenntnisse in verschiedener Weise voneinander abhängig sind, einander bedingen und dabei gewissen Gesetzen folgen, die sich auf das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung zurückführen lassen. Nur indem der Mensch dieses Kausalgesetz in seinem Denken, Fühlen und Wollen anwendet, vermag er sich im Leben zu orientieren und in seiner Entwicklung voranzuschreiten. Fortgeschrittenes Denken, Fühlen und Wollen führt zu der Erkenntnis, daß allen einzelnen Ursachen und Wirkungen eine vorausgehende Gesamtursache zugrunde liegt, eine Urkraft und Uridee als Urgrund allen Daseins, der nicht von etwas anderem abhängig, verursacht oder bestimmt sein kann, sondern der als höchste Form des Seins, als oberste Instanz alles andere bewirkt, von dem alles andere abhängig und dadurch begrenzt ist, der selbst aber in Raum, Zeit und Idee grenzenlos ist, der das höchst denkbare und damit das von höchstem Sinn, größter Liebe und Weisheit erfüllte, dasallbewußte, das unendliche, allumfassende und ewige Absolute ist – das Gott ist.

Weil alles Materielle stets beschränkt ist, sollte man annehmen, daß dieses Absolute rein geistiger Natur ist. Doch als Allerhöchstes, das sich überhaupt denken läßt, muß es in jeder Beziehung vollkommen und ohne Mangel sein, denn hätte es irgendeinen Mangel, könnte es nicht das Absolute sein. Das bedeutet, daß das Absolute nicht nur etwas Gedachtes, eine theoretische Abstraktion, sondern etwas wahrhaftig Existierendes sein muß, das als allumfassende absolute Einheit des Seins auch die materielle Erscheinungswelt und damit auch die Dinge und Prozesse des ganz realen Lebens und auch die scheinbar unvollkommenen Dinge mit einschließen muß!

Das Absolute – die allerhöchste absolute Einheit – umfaßt somit sämtliche geistigen, seelischen und physischen Bereiche und Erscheinungsweisen des Daseins, d.h. Gott ist nicht nur Geist, Gott ist die Dreieinheit aus Geist, Körper und Seele, Gott ist das Sein in seiner Ganzheit und Allumfassendheit!

Der „aufgeklärte“ Zeitgeist hat die Menschen zwar glauben gemacht, daß alles relativ sei und daß es daher das Absolute nicht geben könne, doch diese moderne Denkweise ist grundsätzlich falsch, weil sie nicht berücksichtigt, daß alles Relative, wie es ja das Wort „relativ“ (relativ = abhängig, bedingt) selbst aussagt, immer zu einem höheren Prinzip in einer abhängigen Beziehung steht, also davon abhängig ist bzw. dadurch bedingt ist. Und wenn wir konsequent logisch weiter denken, dann muß es letztendlich auch ein höchstes Prinzip – das Absolute – geben, von dem alles Relative abhängig ist. Das Absolute ist das, zu dem alles andere relativ ist und das alles Relative in sich vereint, erst in der Beziehung zum Absoluten erfährt das Relative seine wahre Bedeutung und seinen Sinn.

Die nordische Weltensäule bzw. Irminsul (Weltenseele) ist das Symbol des dreigegliederten Kosmos der atlantisch-germanischen Geistigkeit und Weltanschauung. Sie stellt das Spannungsfeld der Himmel-Erde- bzw. Geist-Materie-Polaritätdar und steht für das ganzheitliche kosmische Bewußtsein der Einheit von spiritueller und materieller Welt unserer nordisch-europäischen Vorfahren!

Die gesamte materielle und geistige Schöpfung entsteht, wächst und vergeht im Spannungsfeld von Geist und Materie. Aus der Geist-Materie-Polarität geht eine universal gültige, absolute Wirklichkeit hervor, die zwar jeder Mensch durch seine individuelle „Brille“ betrachtet, die aber unabhängig von der Betrachtungsweise, den Glaubens und Weltanschauungen der einzelnen Menschen existiert. Wahrheit ist somit kein relativer philosophischer Begriff, sondern wir dürfen gewiß sein, daß es eine absolute Wahrheit und somit auch eine absolute Gottheit gibt!

Die Behauptung der Aufklärungsapostel, daß es keine absolute Wahrheit gebe, welche diese mit größter Vehemenz vertreten, widerlegt sich schon selbst, da sie selber eine uneingeschränkte, absolute Aussage darstellt, die auch für sich den Anspruch auf Gültigkeit und somit auf absolute Wahrheit erhebt.

Die Vorstellung von einem absoluten Gott, der die gesamte Schöpfung durchdringt, diese gestaltet und selber ist, ist Grundlage der atlantisch-germanisch-deutschen Kosmologie und Weltanschauung. Im Unterschied zur westlichen Weltanschauung resultiert daraus die Überzeugung, daß sich hinter den vordergründigen Ereignissen dieser Welt und allem menschlichen Tun ein tiefer spiritueller Sinn verbirgt und daß es eine absolute Wahrheit gibt. Das Absolute bzw. das absolute, allbewußte und allumfassende Daseinsprinzip wurde von unseren atlantisch-germanischen Vorfahren als das universelle Weltenseelenprinzip erkannt und symbolisch als Weltensäule (Irminsul, Yggdrasil, Weltenachse, Weltenesche, Weltenbaum, Lebensbaum, Sonnensäule, Himmelsstütze usw.) verehrt, welche die grundlegenden dreieinigen Wirklichkeitskategorien von Geist (All-Vater), Materie (All-Mutter) und Seele (Heiliger Geist) umfaßt und damit das ganzheitliche Prinzip des Absoluten dargestellt.

Entnommen aus: RB Nr. 7, Neue Gemeinschaft von Philosophen, S. 340-341

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